Freiheit

40 Tage. So lange dauert die Fastenzeit.
40 Tage. So lange verzichten Menschen auf etwas.
40 Tage … ohne ….

Warum tun Menschen sich das an?
Warum lebt man nicht einfach ganz normal weiter?

Kurz: Weil wir eine Unterbrechung ab und an brauchen.

Ich denke, dass viele von uns die Erfahrung machen, dass der Alltag dazu führt, dass sich Dinge wiederholen. Die Reihenfolge der ersten Dinge am Morgen, manche Gerichte, die wir essen, und und und. Das ist einerseits gut, denn wir müssen nicht über alles nachdenken; andererseits hat es auch einen Nachteil, denn es schleichen sich auch Haltungen und Verhaltensabläufe ein, die nicht gut sind. Ob es das Feierabendbier, die Trostschokolade oder anderes ist. Aus einer Besonderheit wird etwas alltägliches, wird etwas hinderliches.

Ähnliches passiert auch in der Art wie wir mit Menschen, mit Gott und uns selbst umgehen. Im vor sich hinplätschernden Alltag können sich die Prioritäten verschieben. Der Nächste, Gott und Ich sind nicht mehr gleich gewichtet, sondern es entstehen Schräglagen. Das Ich wird dominant und Gott und der Nächste treten in den Hintergrund. Der Nächste wird dominant und ich verliere Gott und mich aus dem Blick. Gott und eine trockene Frömmigkeit werden dominant und ich verliere mich und die Nächstenliebe aus dem Blick.

Die Fastenzeit sind die Chance 40 Tage die Balance wieder herzustellen.
Dabei ist der Verzicht eine Hilfe. Dinge lassen oder reduzieren, die nicht hilfreich sind. Aber auch bestimmte Dinge anfangen: Gebet, Stille, Ich-Zeiten, bestimmte Akzente, die meine Leben neu ausrichten.

40 Tage mit.
40 Tage ohne.
40 Tage Neuausrichtung.
40 Tage hin zu Gott, dem Nächsten und mir.

„Siehe, jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade;
siehe, jetzt ist er da, der Tag der Rettung.“

2 Kor 6,2b