Heilige Tage






















Bild: Unsplash/Bruno van der Kraan

3 Tage. Mehr braucht es nicht um die Welt zu verändern.
3 Tage. Mehr braucht es nicht um mich zu verändern.

Je länger ich als Christ lebe, desto mehr staune ich über die Tiefe unseres Glaubens. Es ist mehr als ein kalter Glaube an ein „höheres Wesen“ oder eine nette Theorie, die die halt hilft, wenn es einem schlecht geht. Wer nicht glaubt, kann das sicher nur bedingt nachvollziehen … und ehrlich gesagt: erklären kann man das auch nicht einfach. Es bleibt immer ein letzter Teil, der nicht erklärbar und nicht einfach argumentativ vermittelbar ist. Das ist der eigentliche Glaube: Nach Wittgenstein ist es der Sprung ins Ungewisse, den Nebel des Glaubens.

Grade das Bewusstsein dafür, dass Gott ein personales Gegenüber für uns Menschen ist berührt mich in diesem Jahr mehr denn je. Dieses liebevolle Wirken Gottes in Jesus an den Menschen, dass SEINE Liebe zu uns verdeutlicht: in der Fußwaschung, die die Erniedrigung Gottes aus liebe verdeutlicht; im Abendmahl, dass die Selbsthingabe Jesu am Kreuz vorausnimmt; im Ringen mit dem Vater im Garten Gethsemane, dass vertieft, dass Jesus nicht unmenschlich durch die Schwere geht, sondern wirklich aufopfert; in Verurteilung, Leiden und Tot am Kreuz, die uns die selbstschenkende Liebe zeigen; in der „Höllenfahrt“ Jesu, die uns Zeigt, dass Gott selbst in die Gottesferne geht … für uns, nein … besser: für mich.

Darüber hinaus, oder besser all das umfassend, kommt dann Ostern. Der Höhepunkt. Erst von der Auferstehung her wird alles andere sinnvoll. Der Vater erweckt Jesus von den Toten. Alles, was an den Vortagen auch eine gewisse Schwere in sich getragen hat – auch wenn wir es heute von Ostern her verstehen können – wird in ein neues Licht des Lebens getaucht. Der Vater bestätigt die Hingabe des Sohnes. Wie die Unterschrift und einem wichtigen Dokument ist die Auferstehung die Bestätigung der Wichtigkeit und Richtigkeit der ganzen Verkündigung Jesu. Was vorher noch Dankbarkeit für die selbstlosen Hingabe ist, wird jetzt erhellt von der Freude über die Liebe.

Auferstehung ist Freude.
Auferstehung gibt mir Hoffnung.
Sie ist die Quelle des Lebens und des Glaubens.
Vor allem ist sie etwas ganz persönliches, nicht nur Lehre.
Es ist die Freude, die mich erfüllt, weil der, zu dem ich eine persönliche Beziehung pflege lebt. Er, der sich für mich hingegeben hat.

Ich werde in dieser Nacht jubeln: Halleluja.
Ich werde mich ergreifen lassen.
Denn was Auferstehung ausmacht ist nicht nur was früher war,
sondern was immer wieder in uns/in mir passiert:

Ich werde mit IHM auferstehen.
Nicht irgendwann, sondern immer wieder.
Jedes Ostern.
Jeden Sonntag.
Jeden Tag.