Identity

Bild: unsplash/Alex iby

„Wer bin ich?“
Die Frage hat sich wahrscheinlich jeder schonmal gestellt.
Sie zu beantworten ist herausfordernd.
Verschiedene Lebensbereiche, Werte, Menschen, Grenzen, etc. gehören dazu. Alles müsste man irgendwie berücksichtigen.
Das Herausfordernde: Kaum ist die Frage beantwortet, kann sich die eigentliche Antwort schon wieder geändert haben.

Wir Menschen sind nicht statisch.
Es ist nicht so, dass wir einmal herausfinden wer wir sind und dann bleibt es so. Im Gegenteil. Allein die Suche nach der Antwort ändert etwas in uns. Wir haben uns mit uns selbst beschäftigt und haben neue Erkenntnisse gesammelt. Plötzlich sind unsere Werte anders gelagert.

Wir sind dynamische Wesen.
Das bedeutet, wir können uns anpassen, aus Erfahrungen lernen und an ihnen wachsen. Wir können bewusst an uns arbeiten, uns von anderen prägen lassen, neigen aber auch dazu manipuliert zu werden.
Schlecht ist das alles grundsätzlich nicht – auch die Manipulation nicht, denn es ist ein Begriff, der nur Handhabung bedeutet und das Beeinflussen von Menschen ausdrückt, wie in der Erziehung.
Wir müssen uns dessen aber bewusst sein.

Dynamik bedeutet auch, dass wir uns weiterentwickeln.
Auch das wieder ganz neutral.
Mein ICH ändert sich mit allem Wissen und jeder Erfahrung.
Was bis dahin war, bleibt aber ein Teil von mir, von meiner Identität.

Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir diese inneren Entwicklungen nicht ernst genug nehmen. Ich bin auch kein Freund von Beliebigkeit und Wankelmut, aber das andere Extrem ist auch schädlich. Es gibt Verantwortungen, die wir nicht einfach ablegen können; auch sie sind ein Teil von uns.
Es gibt aber durchaus Bereiche, die wandelbar sind. Wie fülle ich meine Freizeit? Wie soll das Verhältnis von Beruf und Freizeit sein? Wie viel Geld benötige ich wirklich? Was soll meine Arbeit sein? Wo will ich leben?

Um zu unserem selbst zu kommen brauchen wir Entwicklung.
Eine im Inneren bewusst gestaltete Entwicklung.
Die braucht ab und an ein Innehalten.
Man könnte sagen einen Check:
Passt die Lebensführung? Bin ich noch auf dem Weg? Ist das noch der Weg, den ich jetzt gehen will? Kann/Muss ich korrigieren?
Nach diesem Check folgt das, was auch be jedem anderen Check kommt: die Anpassung oder Reparatur:
Gewohnheiten wieder aufnehmen, neue Gewohnheiten etablieren, Veränderungen vornehmen, …
Je nach Lebensform müssen wir auch unser Umfeld beachten: Habe ich eine Familie, einen Partner, zwingende Verpflichtungen, dann muss ich sie berücksichtigen und kann nicht in egoistischer Selbstverwirklichung darüber hinweggehen.

Wichtig dabei ist es, dass wir bei uns und anderen Entwicklungen und Veränderungen lernen als etwas positives wahrzunehmen. Nur auf diese Weise kann ein Mensch zu seinem innersten Selbst kommen.
Wer wir sind, das hat einen stabilen Kern und viel Dynamik.
Wer wir sind, ist Wandel und Kontinuität.
Wer wir sind, ist zu entdecken und entwickeln.