Nicht bauen, pilgern

Bild: unsplash/Evie S.

Wir Menschen wollen manchmal, dass alles bleibt wie es ist.
Das gibt uns Sicherheit. Man kennt den Ort, den Alltag und die Menschen. Alles ist … ja, berechenbar.
Wenn man dieses Setting erreicht hat, kann man innerlich ruhig werden. Das ist schön. Für viele …

…, aber eben nicht für alle.
Denn auf der anderen Seite …
Ist das Leben nicht auch Entwicklung?
Gehören Wechsel und Vertiefung nicht auch dazu?

Sowohl im alltäglichen, als auch im geistlichen Leben sehen wir immer wieder, dass es um Prozesse geht. Und die sind – ihrer Natur nach – nicht starr. Kindergarten, Schule, Ausbildung und Studium haben eins gemeinsam: Man geht – hoffentlich – anderes rein, als man raus kommt. Dabei nur von einem Wissenszuwachs zu reden wäre zu kurz gegriffen. In diesen Einrichtungen und Lebensphasen reifen wir als Menschen, bilden wir uns und entwicklen wir uns. Warum sollte es danach anders sein? Oder besser: Machen wir uns nicht etwas vor, wenn wir glauben, dass man irgendwann „angekommen“ oder „fertig“ ist?

Für mich wäre das nicht zufriedenstellend.
Klar, Kontinuität und Sicherheit sind verlockend.
Aber auf der anderen Seite steht all das, was noch möglich und denkbar ist. Was hat die Welt alles zu bieten. Kulturen, Tätigkeiten und spirituelle Tiefen, von denen ich bis jetzt kaum etwas ahne. Kann ich da einfach stehen bleiben und mich mit dem Status quo zufrieden geben?

Die Welt – die uns anvertraute Schöpfung – ist da, damit wir in ihr leben, sie entdecken und gestalten. Dazu braucht es Aktivität und Offenheit. Offenheit dafür, dass wir geführt werden. Mit jeder Begegnung, jedem neuen Interesse und jeder Erfahrung (egal ob gut oder schlecht). Offenheit dafür, dass Gott selbst sich darin zeigt.
All diese Dinge sind nicht umsonst. Wir müssen sie aber aktiv angehen. Nicht nur ergehen lassen, sondern gestalten.

Mir geht es so, dass dieses aktive Angehen mir innere Ruhe schenkt.
Eine Ruhe, die in eigener Selbstwirksamkeit liegt.
In meiner Freiheit als Geschöpf liegt auch die Verantwortung für die Lebensgestaltung. Beistand, Orientierung und Zuspruch erfahre ich durch meine Gottesbeziehung. Er ist hat mich frei geschaffen und neu befreit. Er führt mich in ein Leben, dass erfüllend und auch andere bereichernd ist.

Wir Menschen wollen manchmal, dass alles bleibt wie es ist.
Aber die Entwicklung ist immer da.
Mal größer, mal kleiner.
Wenn wir sie aktiv angehen, bringt sie uns nicht aus der Ruhe.
Nicht vergebens festklammern, sondern annehmen.

„Petrus sagte zu Jesus: (…)Wir wollen drei Hütten bauen,…“

– Markus 9,5 –