„Ich wär gern wie …“ – Über das Vergleichen

Bild: unsplash/Fares Hamouche

Wie sehr neigen Sie dazu Menschen zu vergleichen?
Kollegen, Schüler, Jugendliche, sich selbst … ?
Vergleich ist scheinbar ganz normal.
In bestimmten Situationen ist es sogar notwendig zu vergleichen.
Aber … das hat auch seine Grenzen.

Wann ist diese Grenze erreicht?
Wenn der Vergleichsdruck, den ich selbst erzeuge oder den ich von der Außenwelt annehme dazu führt, dass ich mich verbiege und mich selbst verliere. Das kann kommen, wenn ich die Erwartungen anderer nicht nur sehe und reflektiere, sondern mich selbst diesen Erwartungen blind anpasse. Eine Zeit lang geht das vielleicht gut. Auf Dauer kann das aber schaden. Kreativität ist so auch kaum möglich, denn sie braucht den ganzen Menschen.

„Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern.“

– Markus 12,43 –

Die arme Witwe verdeutlicht für mich etwas ganz wichtiges:
Relativität. Jeder Mensch ist anders. Jeder hat andere Stärken, Schwächen und Möglichkeiten. Die gespendete Münze ist ein Bild für das, was wir einbringen können. Da kann es keine Gleichmacherei geben. Wer das Eine kann, kann nicht für etwas anderes gemessen werden. Das gilt in allen Bereichen. Bei Kindern, die schon im Grundschulalter Stärken und Schwächen zeigen. Bei Jugendlichen, die sich unterschiedlich entwickeln und ihre Persönlichkeit ausprägen. Im Beruf, wo unter Kollegen verschiedene Stärken, Schwächen und Bedürfnisse zum tragen kommen können.

Am wichtigsten ist es, dabei bei sich selbst anzufangen.
Das ist das, was man Selbstannahme nennt.
Erfassen, was einem geschenkt ist und was nicht.
Lernen, das anzunehmen.
Potentiale entfalten.

Mit diesem Blick wird man dann auch verständnisvoller den anderen Menschen gegenüber. Man sollte sich aber nicht vormachen, dass man irgendwann statisch angekommen ist. Die Versuchung des Selbstvergleichs lauert überall.
Bleib aufmerksam.