„Sei doch nicht so …“ – von der Direktheit

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Ehrlich sein.
Für die eigenen Überzeugungen einstehen.
Im Zweifel kein Blatt vor den Mund nehmen.
Gerade raus sein.

Viele beneiden Menschen, die so sind.
Spannender Weise haben aber die gleichen Menschen oft ein Problem mit Leuten, die genau diese Ehrlichkeit und Direktheit zu ihrem Handlungsmaß machen. Die Gründe sind nachvollziehbar. Es ist nicht immer angenehm, wenn jemand wirklich ehrlich und direkt ist.

Das bedeutet ja, dass Probleme und Missstände angesprochen werden.
Das bedeutet auch, dass eben nicht immer der Zustand des benebelnden „Friedens“ da ist.
“Frieden“ bewusst in Anführungszeichen, denn wenn Dinge einfach nicht angesprochen werden, dann sind sie ja nicht aus der Welt.

Menschen, die direkt sind, sind m.E. wichtig.
Genau so wichtig ist es aber auch, dass wir alle lernen Aussagen nicht sofort emotional zu werten. Nicht hinter jeder Sachaussage oder Kritik steckt ein persönlicher Angriff.
Ruhe und Besonnenheit, ja, ich würde sagen eine gesunde Nüchternheit im Umgang mit der Welt und sich selbst, ist sinnvoller und schenkt mehr Ruhe, als eine missverstandene Sensibilität.

Direkt und Besonnen.
Für nicht klingt das nach einer guten Kombination.
Übrigens auch nach einer, die sehr christlich ist.
Jesus selbst und seine Apostel hat eine Direktheit in der Verkündigung ausgemacht. Nicht rumschwurbeln, sondern für die eigenen Überzeugungen einstehen. Ohne Angst. Ohne das was die Bibel Menschenfurcht nennt.

Ich selbst würde mir mehr Menschen wünschen, die in den verschiedenen Bereichen des Lebens ihren Mund auf machen. Menschen, die mit Verstand eine Position einnehmen und dafür einstehen. Menschen, die auch mal unbequem sind, gegen den Trend einer scheinbaren Harmonie.

„Darum fürchtet euch nicht vor ihnen!
Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, …“

– Matthäus 10,26 –