„Komm in Wallung …“ – von der Resonanz

Bild: unsplash/Chris Trung

Resonanz.
Ein Wort, dass mir in der letzten Zeit öfter begegnet.
Und das in allen möglichen Zusammenhängen.
Pädagogik, Soziologie, Theologie.
Und ich glaube, dass es ein Wort, oder Gedanke ist, der mit vielen Bereichen unseres Lebens zu tun hat.

Resonanz hat für mich etwas damit zu tun, wie ich auf die Welt schaue.
Nicht-Resonanz ist ein trockenes und distanziertes ansehen.
Resonanz ist ein sich auf die Wirklichkeit einschwingen.
Resonantes Leben hat eine andere Qualität.
Ich selbst trete in eine innigere Beziehung zur Wirklichkeit, den Menschen und auch zu mir selbst. Aus Analyse wird Beziehung.

Das macht aber auch emotional etwas mit uns.
Ich kann in meinem Verhältnis zu allem um mich dann nicht mehr neutral sein. Dinge, Menschen und Situationen berühren nicht, lösen Emotionalität (in allen Formen) aus und provozieren Veränderungen in mir. Egal? Das gibt es dann nicht mehr, denn wo ich etwas/jemanden auf mich wirken lasse, da gibt es Veränderung in der Welt und mir.

In der Frage der Resonanz zeigt sich auch ein Unterschied in der Frage des Glaubens. Klar: Glaube kann – zumindest theoretisch – etwas abstraktes und theoretisches bleiben. Eigentlich geht es aber um ein „mit Gott mitschwingen“, um ein sich berühren und verändern lassen. Das nimmt Gott auch aus einer vermeintlichen Verfügbarkeit heraus. Es geht nicht um die Frage: Wie kann ich Gott denken?
Es geht um die Frage: Wie kann ich Beziehung zu Gott pflegen und mich prägen lassen?

„Auch füllt man nicht jungen Wein in alte Schläuche.“

– Matthäus 9,17 –

Mit einer Haltung der Resonanz, des sich in Schwingung bringen Lassens, bleibe ich nicht in der Starrheit der alten Schläuche, sondern werde zu einem neuen, lebendigen und flexiblen, Schlauch.
In Bezug auf Gott bin ich bereit neues und frisches aufzunehmen.
Mit Blick auf mein Leben werde ich so furchtloser, anpassungsfähiger und kreativer.