„Gib es auf …“ – von Opfer und Preisen

Bild: unsplash/Dan Grinwis

Was verhindert freies Leben am meisten?
Was verhindert persönliche Entwicklung?
Was lässt uns zurückschrecken, wenn eigentlich Chancen da wären?
Die Antwort ist oft: die Angst.

Angst gehört zu unserem menschlichen Wesen.
Jeder Mensch macht irgendwann Angsterfahrungen.
Ich selbst erinner mich noch an die Angst vom 10-Meter-Turm zu springen. Dieses lähmende Gefühl, obwohl klar war, dass mir nichts passieren kann. Bevor ich mich traute zu springen bin ich mehrmals wieder vom Turm runter geklettert.

Angst gibt es aber nicht nur bei potentiell körperlich gefährlichen Situationen. Das klassische Lampenfieber oder dessen kleiner Bruder die Nervosität und Anspannung vor einer Rede. Die Anspannung kurz bevor man etwas ganz neues macht oder einer neuen Gruppe begegnet. Es gibt noch viele Situationen mehr.

Woher kommt diese Angst?
Ich glaube ein ganz großer Anteil hat damit zu tun, dass wir fürchten etwas zu verlieren: Gesundheit, Ansehen, Sicherheit.
Es sind letztlich Formen der uralten Angst vor dem Jäger der unseren Vorfahren auflauerte. Da wir diese existenzielle und lebensbedrohliche Angst aber nur noch selten erfahren richtet sie sich auf andere Aspekte, die uns existenziell erscheinen. Und das ist sie: die Verlust-Angst.

„Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.“

– Matthäusevangelium –

An manchen Punkten kann uns die Angst helfen;
allerdings müssen wir sie an manchen Punkten überwinden.
Wie beispielsweise die überschaubaren Ängste, wie das Lampenfieber. Hier braucht es nur einen kurzen Moment des Mutes, wie auf dem 10-Meter-Turm, um eine Schwelle zu überwinden.
Wenn es aber um größeres geht, dass uns Angst macht, wie Lebensentscheidungen, dann hilft mir die Bibelstelle oben. Es geht hier vor allem um Nachfolge; ich lese aber auch eine wichtige Lebenserkenntnis heraus: alles kostet und birgt die Gefahr in sich etwas zu verlieren.

Die Folge kann ja nicht sein sein Leben in einer Angststarre zu verbringen. Wenn es mir etwas Wert ist, dann kann ich auch etwas investieren. Umziehen für einen Partner, weniger verdienen im Traumjob, Unsicherheiten beim Auswandern, usw.
Der Witz ist, dass es am Ende wieder wie auf dem 10-Meter-Turm ist: Ja, ich überwinde die Angst; Ja, ich zahle vlt. mit nem roten Bauch, weil ich falsch aufkomme; Aber, ich werde am Ende auch belohnt: mit dem Gefühl es gewagt zu haben, mit einer neuen Erfahrung, mit mehr Mut.

Der Glaube selbst ist so ein Sprung.
Ein Wagnis, dass auch etwas kostet.
Eine Herausforderung, die uns verändert.
Aber am Ende steht ein großer Lohn.
Die Gewissheit das Leben nicht allein zu gestalten und ein Ziel zu haben.