„Oh du Großer …“ – von der Ehrfurcht

Bild: unsplash/Museum Victoria

Heute nur ein kurzes gedankliches Intermezzo:

Ab und an treibe ich mich in den Kommentarbereichen sozialer Medien herum. Dabei bin ich oft nur stummer Mitleser. Ab und an platzt mir aber der Kragen, ich beruhige mich und schreibe einen differenzierten Gegenkommentar.

Was mich in den Kommentarbereichen, aber auch in manchen Diskussionen auf gesellschaftlicher Ebene, stört sind nicht die Positionen und Meinungen anderer, es ist das oft unreflektierte, unwissende und teils böswillige Kommunizieren. Hier findet keine sinnvolle Diskussion oder ein brauchbarer Meinungsaustausch statt, sondern es gleicht einer Meute, die sich gegenseitig anschreit.
(Ausnahmen bestätigen die Regel)

Grund dafür ist auch ein Mangel an Respekt vor anderen und ein Mangel an Ehrfurcht. Diese Haltung ist aber wichtig für unser menschliches Miteinander. Den anderen Menschen in seinem ICH ernst nehmen. Sein Wissen, seine Erfahrung und seine Meinung.

Für mich persönlich zeigt uns die Heilige Schrift, worin die Ehrfurcht wurzelt: Im Gott-Mensch-Verhältnis.
Im Alten Testament werden Menschen immer wieder dazu aufgerufen Gott zu fürchten. Dabei geht es aber weniger um Angst, als vielmehr um Ehrfurcht. Anerkennen, dass Gott der Größere ist. Einfach eine gesunde und sich selbst relativierende Perspektive einnehmen.

Ganz ehrlich:
Wir sind als Einzelne nicht in allem kompetent.
Warum tun wir manchmal so?

Als Israel sah, dass der Herr
mit mächtiger Hand
an den Ägyptern gehandelt hatte,
fürchtete das Volk den Herrn
.“

– Buch Exodus –