“Jetzt reicht‘s aber …“ – vom gerissenen Geduldsfaden

Bild: unsplash/Jean-Philippe Delberghe

Jeder hat sein Limit.
Irgendwann platzt einem der Kragen.
Dem einen am Steuer des Autos,
dem anderen wenn eine Horde Kinder lärmt,
wieder jemandem wenn andere unhöflich sind.

Ist das nicht schlimm?
Ehrlich gesagt: Nein.
Das dauernd sanfte und alles ertragende scheint ein Ideal zu sein.
Aber ist das realistisch?
Wie die meisten Ideale kann es erreicht werden.
Manche Menschen haben sich scheinbar unendliche Geduld angeeignet. Sie können Durchgängig Unruhe und Krach ertragen, genervt und geärgert werden und haben trotzdem dauernd ein Lächeln auf den Lippen.
Beneidenswert.

Ich, der Herr, habe gesprochen.
Unwiderruflich werde ich es mit dieser ganzen bösen Gemeinde
so machen, die sich gegen mich zusammengerottet hat:
In dieser Wüste finden sie ihr Ende, hier müssen sie sterben.“

– Buch Numeri –

In der Bibel finden wir Texte, die zeigen, wie Gottes Geduldsfaden reißt. Das Volk ist mal wieder undankbar, bockig oder benimmt sich sonst daneben. Selten, aber auch, reißt der Geduldsfaden Gottes. Es platzt aus ihm heraus. Das Volk soll sterben.
Puh. Harte Worte. Was ist denn das für ein Gott?
Drohungen, Wut und Tod.
Das passt so garnicht in das Bild das wir oft haben wollen.
Es bleibt aber nicht bei der Wut.
Gottes Enttäuschung und Wut wird zum Anlass der Umkehr des Volkes.
Es ist ein „emotionaler Ausbruch“, der das Gute will und sich nicht narzisstischer um sich selbst dreht.

Ich denke hier zeigt sich, wie der gerissene Geduldsfaden fruchtbar werden kann: Frust und Wut sind natürlich und normal.
Wenn wir sie im Nachhinein nutzen um Gutes zu tun, wenn wir die damit verbundene Energie nutzen, dann ist es sinnvoll.
Ja, Geduld und Ruhe sind die bessere Optionen.
Aber WENN mal der Faden reißt, dann mach das beste draus.