„Ist hier endlich mal Ruhe?!“ – von Entwicklung und Starre

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Als Menschen sind wir versucht uns einzurichten.
Der Klassiker: Haus, Kinder, Altersvorsorge, …
Viele Menschen streben all das als Ideal an.
Viele Freunde und Bekannte leben genau das.
Und manchmal hat man sicher das Gefühl:
Jetzt bin ich angekommen.
Man lehnt sich zurück und … Ruhe?!

Nein, Ruhe kehrt dann nicht ein.
Irgendetwas kommt immer, dass uns in Bewegung hält – innerlich und äußerlich.
Das Leben der eigenen Kinder.
Der Beruf und seine Herausforderungen.
Die Beziehung und die damit verbundene Arbeit.
Selbst wenn in all diesen Bereichen Alltag und Stabilität da sind:
Es wird sich nach kürzester Zeit etwas in uns regen.

Wer das kennt wünscht sich vielleicht manchmal:
Kann denn sich ein Jahr ohne Unruhe sein?
Und die Antwort ist oft: Nein.

Das hat mehrere Gründe.
Mit der rein innerweltlichen Perspektive:
Das Leben ist Entwicklung.
Wir – unser Wesen, unser Körper, unsere Wünsche –
die Welt – die Menschen, Natur, Politik –
wichtige Beziehungen – Freunde, Familie, Bekannte –
All das ändert sich andauernd.
Jeder von uns macht an jedem Tag prägende Erfahrungen.
Wir treffen Menschen, konsumieren Medien, nehmen Lebensmittel zu uns und treffen Entscheidungen. Jede dieser Erfahrungen verändert uns auf körperlicher und psychischer Ebene.
Auch die spirituelle Ebene verändert sich:
Unsere Beziehung zu Gott.
Ob wir beten, meditieren oder lesen.
Wie wir unsere Beziehung zu den Nächsten leben.
Uvm.

Vieles hält uns unruhig.
Vieles treibt uns an „vollendet“ zu werden.
Das bedeutet m.E.: Ein liebender Mensch werden.
Jemand, der sich, die anderen Menschen und Gott liebt.
Der Weg und die Unruhe sind umfangreich.

Einen Moment der inneren Ruhe können wir aber finden,
wenn wir uns auf Gott einlassen.
Wenn er Raum bekommt.
Nicht als fordernde oder moralische Instanz,
sondern als Gegenüber, dass uns immer liebend in die Arme nimmt.
Das sind Momente des Aufladens, der Regeneration, bevor unsere gesunde Unruhe uns wieder inspiriert unseren Lebensweg kreativ und mutig weiterzugehen.

Ich denke es ist diese Spannung, die Leben gelingen lassen kann.
Ruhepole und Entwicklung.
Entspannung und Anspannung.
Entschleunigung und Beschleunigung.

„Nicht dass ich es schon erreicht hätte
oder dass ich schon vollendet wäre.
Aber ich strebe danach, es zu ergreifen,
weil auch ich von Christus Jesus ergriffen worden bin.“

– Brief an die Philipper –