„Darf es etwas mehr sein?“ – vom Genug

Bild: unsplash/Sia Moore

Wir haben es echt gut:
– Dach überm Kopf
– Essen
– vlt. ein Auto
– das ein oder andere Schöne
Wie kommt es dann, dass Menschen in unseren Regionen oft so unzufrieden sind?

Nicht falsch verstehen.
Billige Kapitalismuskritik wird das nicht.
Eher ein Nachfragen, wie es sein kann, dass wir mehr als das notwendige haben und trotzdem oft so unzufrieden sind.
Denn es ist ja nicht das Neueste.
Kaum ist ein Gerät gekauft, kommt schon die nächste, bessere Generation raus. Das Auto ist keine 10 Jahre alt und schon wollen viele das neue und bessere Auto haben. Die Saison ist noch nicht rum und schon sind die neuen cooleren Kleidungsstücke in den Geschäften und wollen gekauft werden.

Aber … was wollen wir mit dem ganzen Kram?
Letztlich müllen wir damit unsere Wohnungen voll.
Keller, Dachböden, jede Nische wird vollgestellt und platzt aus allen Nähten. Die Folge: Wir brauchen eine neue, größere Wohnung.
Das Spiel beginnt von vorn.
Aber glücklicher macht das alles nur kurz.
Ist weniger vielleicht wirklich besser als mehr?

Schon in der Bibel wird gesagt, dass viel Besitz den Menschen ausbremst. Hier geht es vor allem um den Weg zu Gott. Unser Besitz nimmt uns gefangen und blockiert uns. Wir kommen nicht mehr durch das „Nadelöhr“.
Zu viel zu haben und – und das ist fast ausschlaggebender – sich zu sehr innerlich an den Besitz zu binden, blockiert das Leben. Ich muss Zeit und aufwand in die Pflege der vielen Besitztümer investieren. Meine Gedanken drehen sich um den scheinbar wichtigen Besitz.

Dabei wäre es wichtiger etwas bescheidener zu sein.
Sich beim Kauf zurückhalten, auf Qualität statt Masse zu setzen und auch auf die Notwendigkeit zu achten. Das führt zu leereren Wohnungen, aber auch zu einem leereren und freieren Bewusstsein.
Eine Hilfe um tiefgreifendere Begegnungen zu schaffen und zu erleben.
Eine Hilfe um wirklichen Sinn zu entdecken.

Amen, das sage ich euch:
“Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen.

– Matthäusevangelium –