„Come together“ – von Gegensätzen

Bild: unsplash/Ian Schneider

Sich politische Diskussionen mit einer gewissen inneren Distanz anzuschauen kann ab und an – bei aller Ernsthaftigkeit – unterhaltsam sein. Manche Argumentationsstrategien sind faszinierend … faszinierend kurzsichtig.
Vor allem wenn – wie vor 5 Jahren – verschiedene bedürftige Gruppen gegeneinander ausgespielt werden, oder wenn man zu tut als könne man nur eine Sache machen.

Aber – Blick weg von der Politik – das ist im eigenen Leben ja auch so. Die perfekte Ausrede ist die, die einen Bereich des Lebens gegen den anderen ausspielt.
Beispielsweise Sport und Bildung. „Ich hab keine Zeit zum Sport zu gehen, ich muss mich darum kümmern zu lernen.“ Wie leicht hat man es mit der Denkweise um den manchmal unangenehmen Sport rum zu kommen.

Es kann helfen in solchen Situationen kurz innezuhalten und nachzudenken: Was ist eigentlich der Antrieb der mich so denken lässt?
Sind das wirklich Dinge, die sich ausschließen? Oder ist es eine Vermeidungsstrategie.

In Glaube und Kirche gibt es ähnliches. Darauf weist sogar ein Evangelium schon hin: Gesetz und Barmherzigkeit/Gerechtigkeit/Treue.
Oder heute: Für die Menschen da sein und die Tradition der Kirche.
In vielen Situationen wird so getan als ob beides nicht zusammenpassen würde. Aber ist das wirklich so?
Oder geht es eher darum es sich leichter zu machen?
Oder sich nicht selbst hinterfragen zu müssen?

Sowohl im lebenslangen Prozess unserer eigenen Ich-Werdung, als auch mit Blick auf Kirche und jede Form von Gemeinschaft, ist es wichtig Notwendigkeiten, Ausschließlichkeiten und die eigenen Vermeidungsstrategien aufzudecken.
Sowohl Leben als auch Gemeinschaft unterliegen einer andauernden Veränderung und brauchen deshalb diese reflektierte Aufmerksamkeit. Sonst wird etwas wichtiges nachlässig unterdrückt oder weggeworfen.
Das tut niemandem gut.

Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler!
Ihr gebt den Zehnten von Minze, Dill und Kümmel
und lasst das Wichtigste im Gesetz außer acht:
Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue.
Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen.“

– Matthäusevangelium –