„Hast du gehört …“ – vom Maul zerreißen

Bild: unsplash/Ben White

Kommunikation.
Redet miteinander.
Themen, die mir in den letzten Wochen und Monaten immer wieder über den Weg gelaufen sind. Menschen, die mit allen über Konflikte und Probleme reden, aber nicht mit dem betroffenen Gegenüber.

Konflikte im menschlichen Miteinander sind normal.
Grund dafür ist unsere Unterschiedlichkeit und manchmal unsere Unfähigkeit den anderen in seinem „Anders-Sein“ zu akzeptieren.
Es entstehen Streit, Spannungen und Enttäuschung. Das ist zwar schade, aber nicht zu vermeiden. Was wir aber beeinflussen können ist unser Umgang damit.

Der erste Schritt ist m.E. das Ausbilden eines Bewusstseins dafür, dass immer wieder diese Spannungen entstehen. Das bedeutete nicht zuerst, dass ich das bei und von anderen Menschen erwarte, sondern dass ich dort anfange, wo ich direkt etwas beeinflussen kann: bei mir.
„Ich selbst löse Spannung/Konflikt aus.“
In meinem Ich-Sein, mit meinen Worten und Handlungen, durch mein Auftreten. Andere werden immer wieder daran Anstoß nehmen, den Kopf schütteln oder nicht verstehen.
Das ist … wertfrei.

Folge kann und soll nicht sein, dass ich mich in meiner Persönlichkeit einem unausgesprochenen Anspruch anpasse.
Ja, besonders krasse Ausprägungen und Verhaltensweisen sollte man hinterfragen. Die ganze Persönlichkeit sollte man aber nicht verbiegen.
Allein die Aufmerksamkeit zu haben hilft aber Spannungen wahrzunehmen und anzugehen.

Der Hinweis aus dem Evangelium Konflikte in der Gemeinde erst im kleinen (4 Augen) und erst später im Großen (Öffentlichkeit) zu klären halte ich hier für klug und verallgemeinerbar.
Zu oft werden diese Probleme hinter dem Rücken bearbeitet oder in der Öffentlichkeit breit getreten, ohne dass die betroffene Person direkt angesprochen wird.
Sowas ist nicht wirklich christlich.
Es übersieht die gleiche Würde, die wir alle teilen und von Gott verleihen bekommen haben. Wir alle sind seine Geschöpfe und von daher ganz gleich. Niemand ist mehr oder weniger wert. Nicht der Reiche, der Papst, der Bettler oder sonst jemand. Wo wir aus verschiedenen Lebensformen oder -Situationen Wert ableiten, da ist es nicht Gott, sondern der Mensch der Unterschiede macht.

Lösung ist die Kommunikation auf Augenhöhe.
Wo sie möglich ist.
Denn in einigen wenigen Situationen – wenn eine der Parteien sich darauf nicht einlässt – bleibt nur die Distanzierung.
In allen anderen Situationen aber gilt: redet miteinander.

Wenn dein Bruder gegen dich sündigt,
dann geh und weise ihn unter vier Augen zurecht!

– Matthäusevangelium –