„Rückzug!“ – vom Refugium

Bild: unsplash/Chris CL

Ich glaube wir alle kennen die Momenten, in denen man einfach nur dicht machen will. Alles, wirklich alles, wächst einem über den Kopf.
Jede Aufgabe, jede Erwartung und jede kleine Unebenheit auf dem Weg wird zur Katastrophe.
Es ist einfach zu viel.

Solche Momente sind normal.
Wir sind begrenzte Menschen und manchmal sind unsere Kräfte einfach aufgebraucht. Was den Unterschied macht ist, wie wir damit umgehen.

Viel zu oft wird noch davon geredet einfach die Zähne zusammenzubeißen und es „irgendwie“ durchzustehen. Man soll „sich nicht so haben“. Ganz ehrlich: Solche Aussagen sind kontraproduktiv.
Was für ein Menschenbild wird damit kommuniziert?
Sind wir nur das was wir schaffen, erarbeiten und produzieren?
Sind wir nur dann Mensch, wenn wir unsere Funktionen erfüllen?

Verwurzelt im Glauben bin ich der Überzeugung, dass wir ein glückliches Leben führen sollen. Gott will, dass wir glücklich sind.
Klar, das kann nicht in jedem Moment so sein und auch Trauer gehört dazu.
Sich durch Überforderungen aber einfach durchzuquälen … das hört sich für mich so garnicht nach erfülltem Leben an.

In den Zeiten, in denen einem das Wasser bis zum Hals steht, können wir uns immer zu Gott flüchten. Wir dürfen – m.E. müssen wir sogar – einen Schritt hinter unser Leben zurücktreten. In die Stille.
Gott selbst bietet sich uns als ein sicher schützender Ort an.
Eine Zuflucht in schweren Zeiten.

Es muss kein blindes immer weiter geben.
Bei Gott – in der Stille – kommen wir zur Ruhe,
dürfen durchatmen und zu Kräften kommen.

In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist;
du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.“

– Buch der Psalmen –