„Jeden Tag ne andere Sau“ – von der Unbeständigkeit

Bild: unsplash/Fabian Blank

Was mich an Bibelstellen immer wieder fasziniert ist, dass über den oft naheliegenden religiösen Sinn hinaus, nach etwas Reflexion, auch Bezüge zu ganz alltäglich menschlichen Themen sichtbar werden.

Das klassische Sämanngleichnis beispielsweise.
Klar. Hier geht es zuerst einmal um den Glauben.
Wie er verbreitet wird und wie wir Menschen ihn annehmen.

Das sind wichtige Themen.
Es geht aber noch mehr.
Was mir auffiel: Ist das nicht bei allen möglichen Trends so?
Egal ob weltanschaulich, modisch oder sonst wie:
Es ist viel vorläufiges da.
Meist werden Dinge aber „wurzellos“.
Menschen finden etwas toll und folgen dem.
Nach einer Weile aber verlieren wir das Interesse oder wollen den Preis, den wir für vieles zahlen müssen nicht mehr zahlen.
Wir sind unstet.

Genau genommen ist das auch gut so.
Diese Flexibilität ist es, die uns anpassungsfähig macht und fähig neue Situationen anzunehmen.
Mit diesem Wankelmut müssen wir aber auch lernen umzugehen.
Wir brauchen die Fähigkeit zu unterscheiden:
Was braucht Stabilität und Verbindlichkeit.
Wo haben wir die Freiheit Veränderungen nachzugehen.

Stabilität brauchen m.E. Glaube und Verbindlichkeiten, wie Familie und Abhängigkeiten. Stabilität bedeutet hier aber nicht starre, sondern ein festes dazu halten. Zu seiner Weltanschauung zu stehen ist wichtig, auch wenn sich die Praxis und Details eventuell ändern. Familie braucht die Verlässlichkeit, auch wenn sich die Lebensumstände der einzelnen ändern.

Ich denke unterscheiden zu können ist eine der wichtigsten und größten Herausforderungen unseres Menschseins.
Nur so bleibt wichtiges und entwickelt sich nötiges.

„Auf den Felsen ist der Samen bei denen gefallen,
die das Wort freudig aufnehmen, wenn sie es hören;
aber sie haben keine Wurzeln:
Eine Zeit lang glauben sie,
doch in der Zeit der Prüfung werden sie abtrünnig.“

– Lukasevangelium –