„Der ist ganz große raus gekommen …“ – von erdrückender Erwartung

Bild: unsplash/Andrew Seaman

„Ich bring dich auf die ganz große Bühne.“
„Das ist echt ne wichtige Sachen, die du morgen machst.“
“Versau es bloß nicht!“

Wenn man uns etwas zutraut ist das super.
Eine große Aufgabe.
Ein Amt.
Etwas innovatives.
Wenn wir ehrlich sind wollen wir das manchmal auch.
Es ist ja eine Form der Bestätigung und der Wertschätzung.

Zugleich meldet sich oft aber auch eine andere Stimme.
Sie beginnt oft als aufgeregtes Gefühl in der Bauchregion.
Dann aber manifestiert es sich …
Was … wenn ich das garnicht kann?
Was, wenn da Erwartungen hinter stecken, die ich nicht erfüllen kann.

Ich glaube es ist normal so zu denken.
Uns allen wurde auf unterschiedlichen Ebenen vermittelt,
es sei schlimm zu versagen. Schlechte Noten in der Schule, beim Freizeitsport nicht im Spitzenfeld sein, das Instrument nur leidlich zu beherrschen. An allen Ecken und Ende versteckt sich ein Erwartungsdruck, der uns kaputt machen kann.

Was helfen kann ist Unterscheidung.
Zuerst:
Wo kommt der Druck her? Innen oder Außen.
Gibt es diese überhöhten Erwartungen wirklich?

Der Witz ist, dass manche scheinbaren Erwartungen nur in unserem Kopf sind und wir die Chance haben sie zu überwinden. Dass es eine Form der Angst vor Veränderung ist, die den status quo erhalten will.
Mein Rat – an mich und alle: Wagt es.

In der gesamten Bibel treffen wir Menschen, die Angst hatten.
Menschen, die sich einen Auftrag erst nicht zutrauten, oder ihn anfragten. Selbst Maria erschrickt zuerst; und das wird nicht nur am Engel gelegen haben, sondern auch am Titel, der immer auch Auftrag ist.

Mir hilft es, dass ich mir vor Augen halte, dass auch in neuen Aufgaben Gott bei mir ist und mich führt. Ich vertraue mir und ihm, dass ich an dem was herausfordernd ist wachse.
Das ist nicht immer leicht.
Das heißt nicht, dass man sich selbst verheißen soll.
Es heißt aber, dass ich es wagen darf-

Sie erschrak über die Anrede und überlegte,
was dieser Gruß zu bedeuten habe.

– Lukasevangelium –