„Vom hohen Ross …“ – von Überheblichkeit

Bild: unsplash/Kyle Johnsonn

Eine Haltung an Menschen, die sehr unangenehm ist, ist die Überheblichkeit. Manche machen andere klein, damit sie selbst größer sind.

Grade wenn man ein geringes Selbstbewusstsein hat ist es verführerisch. Denn, ganz ehrlich, was ist leichter: Sich selbst anstrengen müssen um besser zu werden, oder einfach den anderen Menschen das Gefühl geben, dass sie kleiner sind?

Darin steckt aber ein doppeltes, wenn nicht dreifaches Problem:
Zuerst widerspricht es dem Grundprinzip des christlichen Denkens, dass wir alle als gleichwertige Wesen geschaffen sind. Als Menschen sind wir alle gleich. Keiner ist besser, keiner schlechter. Weder Papst, noch Milliardär, noch Obdachloser. Jeder hat die gleiche Größe vor Gott. Das sollte zu einer Haltung führen, mit der wir den anderen zu Seite stehen und ihnen helfen zu wachsen, wenn wir beschenkt sind.

Das zweite Problem:
Ich bleibe klein, wenn ich mich über andere erhebe.
Ja, es kann sich gut anfühlen, wenn man sich über andere erhebt und gefühlt an Größe gewinnt. In Wirklichkeit bleibe ich aber wie ich war. Schlimmer noch: Ich kann die Notwendigkeit der eigenen psychischen, spirituellen, intellektuellen und körperlichen Entwicklung aus dem Blick verlieren. Das senkt das Selbstbewusstsein und kann am Ende das Problem verstärken.

Am Ende wird sich immer Problem drei zeigen:
Ich werde fallen.
Sich größer machen als man ist, führt unweigerlich zur Konfrontation mit der Realität. Eine Scheinwelt braucht letztlich viel Kraft. Sie zerfrisst von innen.

Die Lösung ist gesunde Demut.
Demut meint das Wissen um mich, meine Fähigkeiten und Grenzen, die Größe aller Menschen und meiner Verwiesenheit auf Gott.
Also:
Sich einfach mal nicht selbst zu ernst nehmen und die anderen Menschen wertschätzen.

„Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt,
und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“

– Lukasevangelium –