„Schau mich an …“ – vom Selbstbild

Bild: unsplash/Noah Buscher

Wir leben in einer Zeit der Selbstdarstellung.
Oft wird das gesagt und negativ konotiert.
Grundsätzlich aber kann Selbstdarstellung die Chance zum Guten und zum Schlechten haben.

Zum Guten, wenn man beispielsweise in einem Bewerbungsgespräch ist. Da ist es notwendig sich selbst darzustellen. Es Gegenüber muss ein Gespür für mich bekommen können. Meine Aufgabe ist es also zum Ausdruck zu bringen wer ich bin und was ich kann.
Selbstdarstellung kann auch ein hilfreiches Instrument sein, um zu lernen wer man selbst ist. Vor dem Spiegel beispielsweise: „Spiele dich selbst.“ und dann: schau welche Eigenschaften und Charakterzüge du zum Ausdruck bringst. Das kann wirklich interessant und hilfreich sein.

Es gibt aber auch die negativen Fälle: Momente in denen es nicht darum geht den Anderen verstehen zu lassen wer man ist, sondern ein überzogenes – vlt. narzisstisches – Bild von sich zu vermitteln. Momente in denen man nicht wirklich sich selbst, sondern ein übersteigertes Bild von sich kommuniziert.
An solchen Punkten kann Selbstdarstellung zur Maske werden, hinter der sich andere Gründe befinden: Angst, Ausweichen wollen, Egoismus, …

Ein gesundes Selbstbild führt zu einer gesunden Form der Selbstdarstellung. Ich bin in der Lage meine Eigenheiten, Bedürfnisse und Fähigkeiten zu kommunizieren. Dabei nehme ich aber nicht nur mich ernst, sondern auch mein Lebensnetzwerk: Freunde, Familie, Gott, Bekannte und Kollegen.

Sie zu berücksichtigen hilft mir mein Selbstbild korrigieren zu lassen.
Neue Aspekte, neben mit selbst, treten herein.
Mit Blick auf Gott die Frage:
Wie sieht mich der, von dem ich komme?
Wie sieht Sinn mit Blick auf Gott aus?

Es ist die Frage danach ob Gott und Glaube wirklich Teil meines Lebens sind. Oder ist es eher wie Mitgliedschaft in einem Sportverein?
Nehme ich die Einladung an, die mit Glauben verbunden ist?
Oder bleibt es etwas Äußeres?

Bei allen Dingen ist es wichtig zu realisieren inwiefern sie Teil von uns sind und uns prägen.
Das prägt unser Ich und damit unser Selbstbild.
Es steht die Frage:
Wer bist du?

Das aber sage ich euch:
Keiner von denen, die eingeladen waren,
wird an meinem Mahl teilnehmen.

– Lukasevangelium –