„Den hab ich ja ewig nicht gesehen.“ – von Beziehung

Bild: Tyler Nix

Es gibt ganz unterschiedliche Arten von zwischenmenschlichen Beziehungen. Damit meine ich nicht nur: Freundschaft, Liebe, Familie, etc. Auch die Intensität und Häufigkeit von Treffen können stark variieren.

Manche Freunde und Bekannte sieht man vielleicht 2 mal im Jahr, andere jeden Monat, wieder andere jede Woche.
Verrät das automatisch etwas über die Qualität der Beziehung?
Ich denke nicht. Manchmal sind es äußere Umstände die zu weiter auseinander liegenden Treffen führen. Wie beispielsweise die derzeit greifenden Kontaktbeschränkungen.

Und trotzdem gibt es Beziehungen, die sich anfühlen als hätte man sich erst gestern gesehen. Seltsam, oder?
Aber ich bin froh drum, dass es so ist. Ich habe viele Freunde und Bekannte in unterschiedlichen Teilen Deutschlands, Europas und der Welt. Ich kann sie nicht regelmäßig sehen. Trotzdem ist die Freude bei Begegnung unendlich groß.

Auch unsere Beziehung zu Gott kann – im Laufe unseres Lebens – mal näher, mal weiter, mal intensiver und mal distanzierter sein. Auch hier ist es unser Leben und – wenn wir ehrlich sind – unsere Prioritäten, die unsere „Treffen“ mit Gott beeinflussen.
Auch hier geht es nicht um reine Regelmäßigkeit.
Ich kann 3 mal die Woche Gottesdienste besuchen und doch nicht in der Nähe Gottes sein. Etwas Inneres kann mich fern halten. Meine Unaufmerksamkeit, Konflikte oder Probleme.

Beziehung zu Gott – in Gebet, Meditation und Gottesdiensten – ist immer möglich und ab und an ein Ringen. Wie es auch bei zwischenmenschlichen Beziehungen manchmal der Fall ist. Gott wird uns unsere Schwäche aber nicht übel nehmen. Letztlich bleiben wir immer bei ihm und können zurückkehren.

Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch.

– Johannesevangelium –