PROVOKANT

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Provokation gehört zu den Dingen, die einen eher negativen Ruf haben.
Klar, wenn jemand provoziert wird und aus der Haut fährt ist das peinlich,
aber kann man der Provokation nicht doch etwas abgewinnen?

Unser alltägliches Leben ist – selbst momentan – recht gleichförmig.
Die wenigsten Menschen stehen regelmäßig vor echten Herausforderungen.
Es reiht sich ein Tag an den Nächsten. Die zeitliche und körperliche Belastung nimmt mal etwas zu, mal ab. Eine Situation, die uns aus unserem Schutzbereich rauslockt, gibt es aber sehr selten.

Da kommt die Provokation ins Spiel. Die muss nämlich nicht im Bereich persönlicher Angriffe liegen. Viel kann uns provozieren: ein spitzer Kommentar, jemand, der/die etwas viel besser kann, die Erfahrung an Grenzen zu stoßen, …
Die Liste ist weiterzuführen.

Was passiert in diesen Momenten?
Wir werden auf- und angeregt. Das Höchste ist eine wütende oder gekränkte Reaktion. In uns wurde etwas getroffen. Ein Punkt, der etwas unterdrücktes oder ungeklärtes betrifft. Wir reagieren ja vor allem auf die Dinge, die uns wichtig sind und doch auch eine eigene Schwachstelle.

Die Perspektive ändert aber, ob wir daraus einen Mehrwert oder eine innere Niederlage machen. Bleiben wir bei der Verletzung stehen, dann versteinern wir. Denn Selbstmitleid (was an dem Punkt einsetzen kann) ist selten hilfreich. Wenn ich diese Verletztheit aber (selbst-) kritisch reflektiere, dann besteht die Chance eine fruchtbare Entwicklung durchzumachen. Dann wird diese Schwäche zur Stärke oder ich gleiche sie aus.

Da sagten die Pharisäer zu ihm:
Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten.

– Markusevangelium –