the infinite game … Gedanken zu Simon Sinek

Der berühmte Blick über den Tellerrand ist nicht nur eine nette Randbeschäftigung, sondern m.E. elementar. Zu viele Menschen im kirchlichen Dienst – und ich denke auch in anderen Bereichen – geben sich zu leicht(sinnig) mit ihrem Fachgebiet zufrieden. Spezialisierung ist nett, aber aus anderen Bereichen lernen ist notwendig um nicht stecken zu bleiben.

Mehr oder minder durch Zufall bin ich auf Simon Sinek gestoßen. Genau genommen durch ein Youtube-Video. Ich bin ehrlich: Es überhaupt zu starten hat Überwindung gekostet, denn Business als Begriff ist ja nicht wirklich das Erste, was man mit Kirche in Zusammenhang bringt. Eines war klar: Sinek ist ein begnadeter Redner.
Aber nicht nur das, darüber hinaus sind seine Denkansätze spannend, einleuchtend und hilfreich; und das nicht nur mit Blick auf Unternehmen, sondern auch mit Blick auf Kirche und der persönliche Haltung, egal wo man arbeitet.

Da ich nicht den Anspruch habe schon alles voll erfasst zu haben möchte ich mich auf zwei Gedanken konzentrieren: das unendliche Spiel und die damit verbundene entspannte Haltung.

Wenn viele Spiel hören, denken sie vielleicht an Fußball oder Schach, evtl. auch an Gaming. Hier ist das Spiel aber eine Metapher für ein Regelsetting (in der Wirtschaft). Endliche Spiele sind beispielsweise Fußball und co. mit klarem Anfang, Mittelteil und Ende, sowie einem fixen Regelwerk. Es ist klar was ich darf und was nicht. Es ist klar wann ich meine Ziel Erreicht habe.
Unternehmen und (wie ich denke) auch Kirche spielen aber ein unendliches Spiel. Hier gibt es keinen klaren Anfang (für den Einzelnen) und kein klar definiertes absehbares Ende. Auch die Regeln ändern sich immer wieder, da immer wieder Veränderungen in Gesellschaften auftreten oder neue Mitspieler mitmachen.

Was hat das jetzt mit Kirche zu tun?
Spielen wir nur Spiele? Was für ein Wettbewerb? Welche Werte?
Der Ansatz Sineks geht nicht an die Werte im religiösen Sinn. Sich ändernde Werte meint nicht, dass wir Gebote und ähnliches außer Kraft setzten. Es geht dabei um die gesellschaftlichen Spielregeln, die Einfluss auf unsere Handlungsmöglichkeiten haben. Beispielsweise die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung. Es sind neue Spielregeln, denen wir in einem gewissen Rahmen entsprechen sollten um der Sendung Jesu zu entsprechen. Was aber passiert – egal ob im progressiven oder konservativen – ist der Versuch mit den alten Regeln im neuen Medium zu arbeiten. Das kann nicht gelingen. Es gibt Ausnahmen, wie Christian Ording und das Gebetshaus Augsburg, die sich der Regeln des neuen Raumes annehmen, leider aber auch viele – teils peinliche – Versuche.
Neben diesem einen Beispiel finden sich viele weiter, die ich hier nicht im Detail beleuchten kann, beispielsweise echte Sprache, moderne Immobilienkonzepte (auch Kirchenräume), Designansätze, Umgang mit Personal, Verständnis von Vielfalt, uvm. An vielen dieser Punkte finden wir die Haltungen die einem endlichen Spiel entsprechen: „Es war schon immer so.“, „Aber verlieren wir dann nicht im kommenden Jahr Menschen.“, „Was das jetzt kostet…“, etc.

Der Denkansatz eines unendliche Spiels, der sich auf die Gegebenheiten frei einlässt und anpassungsfreudig ist, schenkt uns letztlich das, was ich gesunde Gelassenheit nennen würde. Eine Haltung die locker auf die Veränderungen zugeht und so auch bereit ist den Menschen ruhig zu begegnen und sie zu erreichen.

Eigentlich, ganz eigentlich, ist die Kirche von dem Was wir glauben her der perfekte Ort und der ideale Raum für das unendliche Spiel, dass keine schnellen Ergebnisse braucht, sondern am Ende ein größere Ziel in den Blick nimmt. Individuell mit dem ewigen Leben und als Gemeinschaft mit einem das Individuum übersteigenden Ziel: der Weitergabe der liebenden Botschaft Gottes.

KONFLIKT

Bild: unsplash/Ashkan Forouzani

Harmoniesüchtig.
Kennen Sie den Begriff?
Mir ist er sehr geläufig, denn ich kenne einige Menschen, die diese „Haltung“ oder besser Erwartung haben.

Harmoniesüchtig.
Das klingt aber auch irgendwie absolut.
Als wäre die Sehnsucht nach Harmonier per se etwas schlechtes.
Ist das so?

Harmonie an sich ist gut. Das leuchtet denke ich jedem ein. Ein friedliches Miteinander, dass bereichernd und erfüllend ist, ist eine wunderbare Sache. Aber … auch eine verführerisch einlullende.
Denn es passiert leicht, dass Harmonie in eine falsche Harmonie kippe. Eine Harmonie, die an der Oberfläche bleibt. Sie ist nicht zu verwechseln mit Höflichkeit, die Oberflächlich sein muss, denn sie regelt nur den Umgang miteinander.

Diese Oberflächliche Harmonie ignoriert einfach die realen Konflikte zwischen uns Menschen: Die Missverständnisse, Verletzungen und Nachlässigkeit. „Um des lieben Friedens willen“ werden Probleme unter den Tisch gekehrt. Damit sind sie aber nicht weg.
Sie bleiben bestehen – unter der Oberfläche – und gären vor sich hin. Sie vergiften nach und nach die Beziehungen zwischen den Menschen.
Auf einmal bekommt die vermeintliche Harmonie einen bitteren Beigeschmack.

Diese Erfahrung habe ich selbst in den Jahren meines Lebens gemacht.
Angenehm war das nie und darum versuche ich zu verinnerlichen, dass es notwendig, wenn auch schmerzhaft, ist Konflikte auszutragen und Probleme zu klären.
Ja, das ist unangenehm.
Ja, das ist zeitweise sehr unharmonisch.
Und vor allem: Ja, das braucht Überwindung.
Aber es gibt keine Alternative.
Jede Flasche Harmonie ist eine Fassade, die früher oder später zerbricht.

„Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.“ 

– Matthäusevangelium –

PROVOKANT

Photo by Nsey Benajah on Unsplash

Provokation gehört zu den Dingen, die einen eher negativen Ruf haben.
Klar, wenn jemand provoziert wird und aus der Haut fährt ist das peinlich,
aber kann man der Provokation nicht doch etwas abgewinnen?

Unser alltägliches Leben ist – selbst momentan – recht gleichförmig.
Die wenigsten Menschen stehen regelmäßig vor echten Herausforderungen.
Es reiht sich ein Tag an den Nächsten. Die zeitliche und körperliche Belastung nimmt mal etwas zu, mal ab. Eine Situation, die uns aus unserem Schutzbereich rauslockt, gibt es aber sehr selten.

Da kommt die Provokation ins Spiel. Die muss nämlich nicht im Bereich persönlicher Angriffe liegen. Viel kann uns provozieren: ein spitzer Kommentar, jemand, der/die etwas viel besser kann, die Erfahrung an Grenzen zu stoßen, …
Die Liste ist weiterzuführen.

Was passiert in diesen Momenten?
Wir werden auf- und angeregt. Das Höchste ist eine wütende oder gekränkte Reaktion. In uns wurde etwas getroffen. Ein Punkt, der etwas unterdrücktes oder ungeklärtes betrifft. Wir reagieren ja vor allem auf die Dinge, die uns wichtig sind und doch auch eine eigene Schwachstelle.

Die Perspektive ändert aber, ob wir daraus einen Mehrwert oder eine innere Niederlage machen. Bleiben wir bei der Verletzung stehen, dann versteinern wir. Denn Selbstmitleid (was an dem Punkt einsetzen kann) ist selten hilfreich. Wenn ich diese Verletztheit aber (selbst-) kritisch reflektiere, dann besteht die Chance eine fruchtbare Entwicklung durchzumachen. Dann wird diese Schwäche zur Stärke oder ich gleiche sie aus.

Da sagten die Pharisäer zu ihm:
Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten.

– Markusevangelium –

„Musste halt sagen …“ – von der Hilfe

Bild: unsplash/Annie Spratt

Es ist gar nicht so schwer in eine Situation zu kommen,
in der man sich denkt: Oh man … wie komm ich hier wieder raus?
Und da geht es nicht (nur) darum im falschen Stadtteil in einer Metropole gelandet zu sein. Auch im Leben kann man schnell in gefühlte Sackgassen geraten.

Eine Haltung, die dann des Öfteren auftritt:
Das Glauben, dass irgendwer einen da raus holen muss.
Viele suchen Hilfe im Außen:
– reiche Verwandte
– Vorgesetzte
– Gott

Dabei sind einige aber nicht aktiv, sondern erwarten etwas.
Im Kirchensprech: „Der liebe Gott wird’s schon richten!“
Klingt fromm … is es aber nicht.
Egal wie die Miesere aussieht, ich muss immer auch meinen Teil betragen.

Egal ob es Menschen sind oder Gott ist:
Auch ich habe meinen Teil zu leisten.
Wenn ich überarbeitet bin, muss ich es sagen.
Wenn ich eine Situation nicht ertrage, muss ich etwas angehen.
Wenn ich unzufrieden bin, muss ich nach Lösungen schauen.

Sowohl Menschen als auch Gott sind bereit uns zu helfen.
Sie müssen aber wissen wobei.
Sie müssen auch vermittelt bekommen, dass wir selbst aktiv damit umgehen.
Nur so wird Veränderung was.

Also: Wenn was ist, dann sag es und fang auch selbst an was zu tun.
Dann können auch andere dir helfen.

„Jesus sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr?
Sie antworteten: Sieben, und noch ein paar Fische.“

– Matthäusevangelium –

„Das Ende ist nah …“ – vom Weltenende

Bild: unsplash/Donald Giannatti

„The End is near!“
Eine verwirrte Gestalt mit Schild auf dem das steht findet man in manchen Filmen aus den 90er- und frühen 2000er Jahren. Der Zusammenhang ist immer ein drohender Untergang, mal durch Naturkatastrophen, mal durch Aliens.

Auch in den letzten Jahren – und nochmal neu in diesem Jahr – gibt es einige Menschen, die den Untergang beschwören. Prepper, also Menschen, die sich auf die Apokalypse vorbereiten, sind am florieren. Ein paar Leute warten auf einen großen Umsturz.
Das ist … gelinde gesagt: seltsam.

Aber was schüttel ich als Christ da den Kopf drüber?
Sind wir nicht letztlich genau so?
Ist nicht auch im Christentum die Apokalypse ein wichtiges Element?

Das ist sie. Auch, wenn sie anders gelagert ist als die pop-kulturelle Apokalypse. Geht es in Filmen und Büchern oft um das unausweichliche Ende menschlicher Existenz, um ein grausames Ausgelöscht-Werden der Menschheitsfamilie, geht es in der christlichen Erwartung um etwas anderes.

Ja, die Bilder der Offenbarung (oder Apokalypse) des Johannes sind hart. Aber es sind Bilder. Sie drücken etwas symbolhaft aus, sind aber keine plumpe Vorhersage der Zukunft. Was wir Christen erwarten ist die Parusie, die Wiederkunft Jesu. Wie sie aussehen wird? Keine Ahnung. Was passieren wird? Nach biblischen Texten und im Versuch es in verständliche Sprache zu übertragen: Die Wahrheit wird offenbar. Das was uns und die Schöpfung ausmacht wird sichtbar.

Auch das hat Folgen für unser Leben.
Natürlich nicht Angst.
Im Gegenteil.
Mir macht diese Erwartung Jesu Mut.
Ich kann mich darauf verlassen, dass eines Tages Ungerechtigkeit und Gerechtigkeit aufgedeckt werden. Es ist nicht egal was ich tue und wie ich diese Welt mitgestalte. Jede Tat und jedes Bemühen ist in sich wertvoll.

Ich, Johannes, sah eine weiße Wolke.
Auf der Wolke thronte einer, der wie ein Menschensohn aussah.“

– Offenbarung des Johannes –

„Trau dich endlich …“ – von Inspiration

Bild: unsplash/Manasvita S

Ich bin der Überzeugung, dass es uns Menschen letztlich gut tut, wenn wir uns an etwas oder jemand größerem Orientieren.
In uns steckt nämlich etwas, dass geneigt ist träge zu bleiben.
Das ist normal: Energie sparen.
Aber … Wir können mehr!

Genau genommen steckt in jedem einzelnen von uns schier unendliches Potential. Wir können so vieles lernen, probieren und tun.
Und das unabhängig vom Alter.
Dazu braucht es aber irgendetwas, dass uns anregt die ersten Schritte zu wagen.

Für viele Menschen sind es Vorbilder, die sie antreiben neues zu tun.
Menschen, die ein Instrument, eine Tätigkeit oder eine Haltung verkörpern, die uns innerlich berührt.
Für religiöse Menschen können es Heilige, Mönche, Weise sein, die uns provozieren aus Routinen auszubrechen. Es können aber auch ganz weltliche Dinge sein, die uns dazu bringen unsere scheinbaren Grenzen zu verlassen.

All das ist letztlich auf die absolute Größe ausgerichtet.
Dabei ist es zweitrangig wie man sie nennt:
Gott.
Allah.
Geist.
Energie.

Für mich ist es Gott, der der große Herausrufer aus dem Stillstand ist.
Er hat Abram, Mose, Samuel, Maria, Paulus und viele Menschen gerufen etwas neues zu wagen. Sie konnten ihr Potential heben und mit den Menschen teilen. Jeder von ihnen ist für mich Inspiration.
Das Idealbild inspirierenden Seins ist aber Gott selbst. Auch er hat das gewohnte verlassen. Er wurde Mensch und hat so neues gewagt.

Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

– Lukasevangelium –

„Den hab ich ja ewig nicht gesehen.“ – von Beziehung

Bild: Tyler Nix

Es gibt ganz unterschiedliche Arten von zwischenmenschlichen Beziehungen. Damit meine ich nicht nur: Freundschaft, Liebe, Familie, etc. Auch die Intensität und Häufigkeit von Treffen können stark variieren.

Manche Freunde und Bekannte sieht man vielleicht 2 mal im Jahr, andere jeden Monat, wieder andere jede Woche.
Verrät das automatisch etwas über die Qualität der Beziehung?
Ich denke nicht. Manchmal sind es äußere Umstände die zu weiter auseinander liegenden Treffen führen. Wie beispielsweise die derzeit greifenden Kontaktbeschränkungen.

Und trotzdem gibt es Beziehungen, die sich anfühlen als hätte man sich erst gestern gesehen. Seltsam, oder?
Aber ich bin froh drum, dass es so ist. Ich habe viele Freunde und Bekannte in unterschiedlichen Teilen Deutschlands, Europas und der Welt. Ich kann sie nicht regelmäßig sehen. Trotzdem ist die Freude bei Begegnung unendlich groß.

Auch unsere Beziehung zu Gott kann – im Laufe unseres Lebens – mal näher, mal weiter, mal intensiver und mal distanzierter sein. Auch hier ist es unser Leben und – wenn wir ehrlich sind – unsere Prioritäten, die unsere „Treffen“ mit Gott beeinflussen.
Auch hier geht es nicht um reine Regelmäßigkeit.
Ich kann 3 mal die Woche Gottesdienste besuchen und doch nicht in der Nähe Gottes sein. Etwas Inneres kann mich fern halten. Meine Unaufmerksamkeit, Konflikte oder Probleme.

Beziehung zu Gott – in Gebet, Meditation und Gottesdiensten – ist immer möglich und ab und an ein Ringen. Wie es auch bei zwischenmenschlichen Beziehungen manchmal der Fall ist. Gott wird uns unsere Schwäche aber nicht übel nehmen. Letztlich bleiben wir immer bei ihm und können zurückkehren.

Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch.

– Johannesevangelium –

„Halt dich fern …“ – von Inklusion

Bild: unsplash/Ben Hershey

Krankheit hat Menschen schon immer Angst gemacht.
Sie hat etwas fatales und unberechenbares.
Können wir die einen gut behandeln und vorhersagen,
so gibt es auch immer noch Krankheiten, die uns ein Rätsel sind.
Diagnosen, die uns den Atem stocken lassen.

Zur Zeit ist es insbesondere Corona.
Wir reagieren darauf, wie es schon vor 2000 Jahren war:
Distanz.
Keinen Kontakt.
Bloß nicht anfassen.
Ich erwische mich selbst, bei Infektionen in meinem Umfeld ersteinmal nachzudenken ob, wann und wie ich Kontakt hatte.

Diese körperlichen Abständen sind – wenn auch schmerzlich – so notwendig. Ich schütze andere, andere schützen mich.
Wir dürfen aber auch verinnerliche, dass räumliche Distanz heute nicht mehr bedeutet, dass man keinen Kontakt mehr hat.
Krankheit soll Menschen nicht ausgrenzen.

Zur Zeit Jesu waren die Aussätzigen zum Schutz der Gesellschaft ausgeschlossen. Mangels moderner Kommunikation sogar komplett.
Das ist der gesellschaftliche Skandal von dem wir lesen.
Mit der Heilung holt Jesus diese Menschen wieder in die Gesellschaft.
Sie sind wieder Teil.

Mich erinnert diese Erzählung immer wieder daran, dass ich mich fragen muss wo und wie heute Menschen ausgegrenzt werden.
Egal ob unbewusst oder mit voller Absicht.
An beidem möchte ich und sollten wir arbeiten.

Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!

– Lukasevangelium –

„Schau mich an …“ – vom Selbstbild

Bild: unsplash/Noah Buscher

Wir leben in einer Zeit der Selbstdarstellung.
Oft wird das gesagt und negativ konotiert.
Grundsätzlich aber kann Selbstdarstellung die Chance zum Guten und zum Schlechten haben.

Zum Guten, wenn man beispielsweise in einem Bewerbungsgespräch ist. Da ist es notwendig sich selbst darzustellen. Es Gegenüber muss ein Gespür für mich bekommen können. Meine Aufgabe ist es also zum Ausdruck zu bringen wer ich bin und was ich kann.
Selbstdarstellung kann auch ein hilfreiches Instrument sein, um zu lernen wer man selbst ist. Vor dem Spiegel beispielsweise: „Spiele dich selbst.“ und dann: schau welche Eigenschaften und Charakterzüge du zum Ausdruck bringst. Das kann wirklich interessant und hilfreich sein.

Es gibt aber auch die negativen Fälle: Momente in denen es nicht darum geht den Anderen verstehen zu lassen wer man ist, sondern ein überzogenes – vlt. narzisstisches – Bild von sich zu vermitteln. Momente in denen man nicht wirklich sich selbst, sondern ein übersteigertes Bild von sich kommuniziert.
An solchen Punkten kann Selbstdarstellung zur Maske werden, hinter der sich andere Gründe befinden: Angst, Ausweichen wollen, Egoismus, …

Ein gesundes Selbstbild führt zu einer gesunden Form der Selbstdarstellung. Ich bin in der Lage meine Eigenheiten, Bedürfnisse und Fähigkeiten zu kommunizieren. Dabei nehme ich aber nicht nur mich ernst, sondern auch mein Lebensnetzwerk: Freunde, Familie, Gott, Bekannte und Kollegen.

Sie zu berücksichtigen hilft mir mein Selbstbild korrigieren zu lassen.
Neue Aspekte, neben mit selbst, treten herein.
Mit Blick auf Gott die Frage:
Wie sieht mich der, von dem ich komme?
Wie sieht Sinn mit Blick auf Gott aus?

Es ist die Frage danach ob Gott und Glaube wirklich Teil meines Lebens sind. Oder ist es eher wie Mitgliedschaft in einem Sportverein?
Nehme ich die Einladung an, die mit Glauben verbunden ist?
Oder bleibt es etwas Äußeres?

Bei allen Dingen ist es wichtig zu realisieren inwiefern sie Teil von uns sind und uns prägen.
Das prägt unser Ich und damit unser Selbstbild.
Es steht die Frage:
Wer bist du?

Das aber sage ich euch:
Keiner von denen, die eingeladen waren,
wird an meinem Mahl teilnehmen.

– Lukasevangelium –