„Sieht hübsch aus …“ – von der Äußerlichkeit

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Die Tage werden wieder kühler.
So langsam sinken die Temperaturen.
Und ich warte schon darauf, dass ich höre:
“Ach, das Mädel wird sich noch was einfangen.“
oder an mich gerichtet
“Ziehen Sie sich doch was wärmeres an.“

Ist es bei mir ein etwas seltsames Temperaturempfinden, begegnet mir bei einigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein anderer Antrieb sich auch im Herbst leicht zu kleiden:
Es muss gut aussehen.
Das ist zur Zeit eher kürzere und oft nicht allzu Temperaturresistente Kleidung.

Natürlich ist es keine weise Entscheidung, sich zu dünn zu kleiden um der Optik Willen. Genau so unklug ist es aber über Menschen zu richten nach dem Äußeren.
Das Äußere ist und bleibt eben … das Äußere.
Es ist meine Wahrnehmung vom Anderen.

Sich zu sehr auf das eigene und fremde Äußere zu konzentrieren ist eine Gefahr, die wir alle haben. Es springt uns ja fast an.
… und es ist so leicht dabei zu bleiben.
Nur leider wird es dem Menschen dahinter nicht gerecht.

„Da sagte der Herr zu ihm:
O ihr Pharisäer!
Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber,
innen aber seid ihr voll Raubgier und Bosheit.

– Lukasevangelium –

Die Fassade lässt sich leicht pflegen.
Der Schein sich leicht erhalten.
Diese Worte Jesu, die dahinter blicken sind aber enttarnend.
Wo das Innere nicht stimmt, da ist auch das Äußere nichts wert.

Eine gute Inspiration:
Schau auf das Innere, den Antrieb, die Beweggründe, die Verletzungen, die Seele … und handle auch aus deinem für für dein Inneres.
Denn hier spielt sich das essenzielle ab.
Dein Glaube, deine inneren Kämpfe, dein Ringen, deine Gefühle, dein Denken.

Stimmt das Innere,
folgt auch das Äußere.

„Der ist ganz große raus gekommen …“ – von erdrückender Erwartung

Bild: unsplash/Andrew Seaman

„Ich bring dich auf die ganz große Bühne.“
„Das ist echt ne wichtige Sachen, die du morgen machst.“
“Versau es bloß nicht!“

Wenn man uns etwas zutraut ist das super.
Eine große Aufgabe.
Ein Amt.
Etwas innovatives.
Wenn wir ehrlich sind wollen wir das manchmal auch.
Es ist ja eine Form der Bestätigung und der Wertschätzung.

Zugleich meldet sich oft aber auch eine andere Stimme.
Sie beginnt oft als aufgeregtes Gefühl in der Bauchregion.
Dann aber manifestiert es sich …
Was … wenn ich das garnicht kann?
Was, wenn da Erwartungen hinter stecken, die ich nicht erfüllen kann.

Ich glaube es ist normal so zu denken.
Uns allen wurde auf unterschiedlichen Ebenen vermittelt,
es sei schlimm zu versagen. Schlechte Noten in der Schule, beim Freizeitsport nicht im Spitzenfeld sein, das Instrument nur leidlich zu beherrschen. An allen Ecken und Ende versteckt sich ein Erwartungsdruck, der uns kaputt machen kann.

Was helfen kann ist Unterscheidung.
Zuerst:
Wo kommt der Druck her? Innen oder Außen.
Gibt es diese überhöhten Erwartungen wirklich?

Der Witz ist, dass manche scheinbaren Erwartungen nur in unserem Kopf sind und wir die Chance haben sie zu überwinden. Dass es eine Form der Angst vor Veränderung ist, die den status quo erhalten will.
Mein Rat – an mich und alle: Wagt es.

In der gesamten Bibel treffen wir Menschen, die Angst hatten.
Menschen, die sich einen Auftrag erst nicht zutrauten, oder ihn anfragten. Selbst Maria erschrickt zuerst; und das wird nicht nur am Engel gelegen haben, sondern auch am Titel, der immer auch Auftrag ist.

Mir hilft es, dass ich mir vor Augen halte, dass auch in neuen Aufgaben Gott bei mir ist und mich führt. Ich vertraue mir und ihm, dass ich an dem was herausfordernd ist wachse.
Das ist nicht immer leicht.
Das heißt nicht, dass man sich selbst verheißen soll.
Es heißt aber, dass ich es wagen darf-

Sie erschrak über die Anrede und überlegte,
was dieser Gruß zu bedeuten habe.

– Lukasevangelium –

„Kümmer dich gut …“ – vom Anvertrauten

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Es gibt so viele Dinge in meinem Leben, für die ich dankbar bin.
Meine relative Gesundheit, meine Familie und all die Dinge, die mir zugefallen sind. Erfahrungen, Beziehungen und Talente.
Ich glaube jeder von uns findet derartiges in seinem Leben.

Aber warum dankbar sein?
Hab ich das nicht verdient?
Genau gesehen: Nein.
Viele Dinge in unserem Leben haben wir nicht mit unserer eigenen Leistung erworben. Sie sind – gefühlt – einfach da.
Das bedeutet aber nicht, dass sie einfach so vor uns liegen.
All diese Dinge sind Geschenk.

Unser ganzes Leben ist uns anvertraut.
Und hier zeigt sich in manchem Umgang mit dem Leben und den schönen Dingen ein Problem. Viele Menschen pflegen ihr anvertrautes Leben und Gut leider nur nachlässig.

In der Bibel greif Jesus ein Bild auf, dass genau das Problem mit einem Bild beleuchtet. Er bezieht es auf das Reich Gottes. Auch das ist uns als Gut anvertraut.

Was aber nicht gepflegt wird, dass geht verloren.
Meine Gesundheit.
Mein Leben.
Die liebende Familie.
Das Reich Gottes.

Die Moral von der Geschichte:
Sei Dankbar und kümmere dich um das dir Geschenkte.

„Das Reich Gottes wird euch weggenommen
und einem Volk gegeben werden,
das die Früchte des Reiches Gottes bringt.“

– Matthäusevangelium –

„Komm in meine Arme …“ – über Nähe und Engel

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Nähe ist für uns Menschen unabdingbar.
Zwar unterscheidet sich wie stark sie sein soll, aber niemand kann ohne eine Form der Nähe auskommen.

Von den distanzierten Typen, denen ein Handschlag reicht, bis zu den großen Umarmern gibt es fast alles. Jede Form hat dabei seine Berechtigung, auch wenn es uns manchmal schwer fallen kann, die je andere Form anzunehmen und nicht als Affront zu verstehen. Nein, der Distanzierte ist nicht unfreundlich und der Umarmer nicht übergriffig.

Auch in Beziehungen romantischer Natur wird die emotionale Nähe unterschiedlich zum Ausdruck gebracht: die klassischen Blumen, ein schönes Essen oder auch einfach Aufmerksamkeit im alltäglichen Miteinander. Die Bandbreite ist vielfältig, wie wir Menschen.

Auch im religiösen Bereich gibt es eine Sprache der Nähe. Diese Sprache sind – so kitschig es klingt – die Engel.
Wo sie in der Bibel auftauchen, da geht es nicht um irgendwas.
An diesen Punkten wird deutlich: Gott ist besonders nah.
Engel drücken den Willen Gottes und sein werben um die Menschen aus. Sie sind – so stell ich es mal frech in den Raum – die Pralinenpackung Gottes. Sein Zeichen der Zuwendung.

Was alle Ausdrucksformen der Nähe gemein haben ist, dass ich ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit dafür brauche. Viele diese Zeichen sind klein oder werden von uns als selbstverständlich angenommen. Wenn wir aber lernen den Alltag zu deuten, dann sehen wir sie mehr und mehr und können so auch Wertschätzung erleben.
Und … wir müssen lernen die je unterschiedlichen Zeichen zu deuten. Meint A mit einer Umarmung die alltägliche Begrüßung, ist sie für B schon ein Zeichen tiefer Intimität.

„Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

– Johannesevangelium –

„Einer muss es ja tun …“ – von Verwandlung

Bild: unsplash/Rod Long

Die vermeintlichen Macher.
“Wir müssen mal …“
“Es kann doch nicht sein, dass …“
Sowas hört man oft von ihnen.
Die Ideen sind teilweise ehrenrührig:
– Gerechtigkeit
– was für Kinder
– …

Leider meinen sich die, die das sagen oft alle anderen, aber nicht sich selbst. Das immer mitschwingende „man“.
Leider wird so nie wirklich Verwandlung oder Veränderung eintreten.
Und, basierend auf meiner eigenen Erfahrung, ist das auch garnicht wirklich gewollt. Wenn sich „man“ – wer auch immer das sein mag – um das Problem kümmert, dann ist es OK. Wichtig genug die eigene Zeit und Energie zu investieren ist es aber nicht.

„Ein Mann hatte zwei Söhne.
Er ging zum ersten und sagte:
Mein Kind, geh und arbeite heute im Weinberg!
Er antwortete: Ich will nicht.
Später aber reute es ihn und er ging hinaus.“

– Matthäusevangelium –

Wichtig sind nicht die Worte, sondern das Handeln.
Vielleicht ist das die Quintessenz dieses Bibelzitats.
Gott – und auch die Menschen – interessiert nicht ein leeres Wort, oder das selbstgerechte Probleme proklamieren, sondern das Handeln.

Mir gefällt das Konzept.
Denn es wird denen gerecht, die sich wirklich mühen.
Denen, die viel investieren.
Denen, die wirklich Veränderung anstreben.

Zugleich ist es ein Weckruf den eigenen Glauben praktisch zu leben und auch in den Bereichen, die wir nicht direkt mit Glauben assoziieren, keine Maulhelden zu sein.
Jede Veränderung – ob in Gemeinde, dem eigenen Leben, der Gesellschaft – geschieht durch Taten, nicht durch leere Worte.

„Hauch weg …“ – vom Loslassen

Bild: unsplash/Faris Mohammed

Viele Schränke – bei Bekannten, Freunden und in Gemeinden – sind rappelvoll. Dinge über Dinge stapeln sich.
Eine Nachbarin älteren Baujahrs ist das auch aufgefallen. Sie hat eine alte Schrankwand rausgeworfen, denn ein neues Möbelstück soll kommen. „Was ich alles für Zeug habe. Das brauch ich doch garnicht.“ Eine wichtige Erkenntnis.

Mir ging es vor einer Weile ähnlich.
Ich hab mich gewundert, warum sich meine große Wohnung so eng anfühlt. Dann die Erkenntnis: zu viel Zeug.
Ich hab mich regelrecht belastet gefühlt.

Was materiell greift, dass greift auch in unserem Geist.
Auch hier können wir uns vollstellen.
Gefühle, Gedanken, Stress, Ärger, Erwartungen, …
All das kann uns so weit „füllen“, dass wir nicht mehr wirklich frei sind.
Frei, das Evangelium zu hören.
Frei, unser Herz zu hören.
Frei, wirklich das zu tun, was uns erfüllt und Sinn stiftet.

Die Folge ist klar: loslassen.
Dinge, Menschen, Situationen, Umstände, …
Die Sachen, die uns – in einem nicht egoistischen Sinn – unsere Freiheit nehmen. Wir sollten nach Möglichkeit immer einen freien Geist haben. Frei zu entscheiden und zu hören. Frei dem Raum zu geben, was uns wirklich ausmacht und Wege zu eröffnen diesem Potential, dass in uns gelegt wurde Raum zu geben.

„Er sagte zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg,
keinen Wanderstab und keine Vorratstasche,
kein Brot, kein Geld und kein zweites Hemd.“

– Lukasevangelium –

„Jeden Tag ne andere Sau“ – von der Unbeständigkeit

Bild: unsplash/Fabian Blank

Was mich an Bibelstellen immer wieder fasziniert ist, dass über den oft naheliegenden religiösen Sinn hinaus, nach etwas Reflexion, auch Bezüge zu ganz alltäglich menschlichen Themen sichtbar werden.

Das klassische Sämanngleichnis beispielsweise.
Klar. Hier geht es zuerst einmal um den Glauben.
Wie er verbreitet wird und wie wir Menschen ihn annehmen.

Das sind wichtige Themen.
Es geht aber noch mehr.
Was mir auffiel: Ist das nicht bei allen möglichen Trends so?
Egal ob weltanschaulich, modisch oder sonst wie:
Es ist viel vorläufiges da.
Meist werden Dinge aber „wurzellos“.
Menschen finden etwas toll und folgen dem.
Nach einer Weile aber verlieren wir das Interesse oder wollen den Preis, den wir für vieles zahlen müssen nicht mehr zahlen.
Wir sind unstet.

Genau genommen ist das auch gut so.
Diese Flexibilität ist es, die uns anpassungsfähig macht und fähig neue Situationen anzunehmen.
Mit diesem Wankelmut müssen wir aber auch lernen umzugehen.
Wir brauchen die Fähigkeit zu unterscheiden:
Was braucht Stabilität und Verbindlichkeit.
Wo haben wir die Freiheit Veränderungen nachzugehen.

Stabilität brauchen m.E. Glaube und Verbindlichkeiten, wie Familie und Abhängigkeiten. Stabilität bedeutet hier aber nicht starre, sondern ein festes dazu halten. Zu seiner Weltanschauung zu stehen ist wichtig, auch wenn sich die Praxis und Details eventuell ändern. Familie braucht die Verlässlichkeit, auch wenn sich die Lebensumstände der einzelnen ändern.

Ich denke unterscheiden zu können ist eine der wichtigsten und größten Herausforderungen unseres Menschseins.
Nur so bleibt wichtiges und entwickelt sich nötiges.

„Auf den Felsen ist der Samen bei denen gefallen,
die das Wort freudig aufnehmen, wenn sie es hören;
aber sie haben keine Wurzeln:
Eine Zeit lang glauben sie,
doch in der Zeit der Prüfung werden sie abtrünnig.“

– Lukasevangelium –

„Rückzug!“ – vom Refugium

Bild: unsplash/Chris CL

Ich glaube wir alle kennen die Momenten, in denen man einfach nur dicht machen will. Alles, wirklich alles, wächst einem über den Kopf.
Jede Aufgabe, jede Erwartung und jede kleine Unebenheit auf dem Weg wird zur Katastrophe.
Es ist einfach zu viel.

Solche Momente sind normal.
Wir sind begrenzte Menschen und manchmal sind unsere Kräfte einfach aufgebraucht. Was den Unterschied macht ist, wie wir damit umgehen.

Viel zu oft wird noch davon geredet einfach die Zähne zusammenzubeißen und es „irgendwie“ durchzustehen. Man soll „sich nicht so haben“. Ganz ehrlich: Solche Aussagen sind kontraproduktiv.
Was für ein Menschenbild wird damit kommuniziert?
Sind wir nur das was wir schaffen, erarbeiten und produzieren?
Sind wir nur dann Mensch, wenn wir unsere Funktionen erfüllen?

Verwurzelt im Glauben bin ich der Überzeugung, dass wir ein glückliches Leben führen sollen. Gott will, dass wir glücklich sind.
Klar, das kann nicht in jedem Moment so sein und auch Trauer gehört dazu.
Sich durch Überforderungen aber einfach durchzuquälen … das hört sich für mich so garnicht nach erfülltem Leben an.

In den Zeiten, in denen einem das Wasser bis zum Hals steht, können wir uns immer zu Gott flüchten. Wir dürfen – m.E. müssen wir sogar – einen Schritt hinter unser Leben zurücktreten. In die Stille.
Gott selbst bietet sich uns als ein sicher schützender Ort an.
Eine Zuflucht in schweren Zeiten.

Es muss kein blindes immer weiter geben.
Bei Gott – in der Stille – kommen wir zur Ruhe,
dürfen durchatmen und zu Kräften kommen.

In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist;
du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.“

– Buch der Psalmen –

„Wasser predigen …“ – vom Tun

Bild: unsplash/Corina Rainer

Wir reden … zu viel.
Jeder der mich kennt denkt sich bestimmt: Das sagt der Richtige.
Aber es geht dabei nicht um den Umfang des Redens, sondern um das Verhältnis von Gesprochenem zum eigenen Handeln.

Egal ob es um die eigene Meinung, die eigenen Träume und Wünsche oder um die Frage nach richtigem Handeln geht: Oft reden wir viel darüber, empören uns, stellen Ansprüche und Forderungen in den Raum, dann … nichts.
In den meisten Fällen bleibt es bei den Worte, aber das notwendige Handeln fehlt.

„Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten: …“

– Lukasevangelium –

Was wir in solchen Situationen vergessen ist, dass sich in unserer Lebensführung zeigen muss wofür wir stehen. Die stärksten Worte über Ökologie sind nichts wert, wenn ich mit nem unnötig großen SUV meine Kinder zur Schule bringe. Die frommsten Worte in der Kirche sind nichts wert, wenn der Prediger sich nicht darum müht diese Worte umzusetzen.

Und nein, wenn wir mal versagen, dann predigen wir kein Wasser und trinken Wein. Unser Leben ist ein Ringen um ein tiefes und authentisches Leben. Diese Anstrengung aber einfach umgehen zu wollen, da liegt der Fehler. Alles was Wert hat, alles was gut ist, alle Verbesserung unserer selbst und der Welt brauch Anstrengung.

Letztlich können wir aber fruchttragende Bäume werden.
Menschen, die nicht nur reden, sondern tun.

„Ruhig Brauner …“ – von der Gelassenheit

Bild: unsplash/oran storm

Skandal. Skandal. Skandal.
Scheinbar gibt es keine anständigen Menschen mehr.
Alle sind irgendwie verdorben oder haben Dreck am Stecken.
Es ist eine Schande.

Zumindest könnte man so denken, wenn man sich die Medienlandschaft anschaut. Gefühlt jeden Tag wird irgendein Skandal ausgegraben und uns vor Augen gehalten. Jemand hat Geld unterschlagen, in seiner Doktorarbeit geschummelt oder was böses gesagt.
Da kann man echt auf die Palme gehen.

Aber … ist es das wert?
Schauen wir auf die meisten Dinge mal mit Gelassenheit.
Was ändert unsere Wut, der Zorn, die Gehässigkeit?
Am Ende nichts an der Sache.
Wir fühlen uns vielleicht selbst etwas besser, auch wenn klar ist, dass das selbstgerecht ist. Die Täter aber, die ändern wir so nicht.
Eigentlich haben nur die etwas davon, die die Skandale „verkaufen“, denn wir klicken, kaufen und echauffieren.

Bis in die Medien brauchen wir aber garnicht schauen.
Auch im Alltag gibt es Dinge, die uns aufregen.
Vieles davon können wir nicht ändern.
Warum dann aufregen?
Kostet das nicht zu viel Lebensqualität.
Kann es im schlimmsten Fall nicht unsere Stimmung versauen und den Umgang mit anderen belasten?!
Das ist es besser manches einfach zu akzeptieren und fertig.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Dinge, die wir ändern könnten.
Manchmal regen wir uns aber lieber auf und lassen es so.
Egal ob das die Wohnsituation, der Beruf oder die Ordnung in der Wohnung ist, die man eh nicht ändern kann, weil keine Zeit.
Klar. Auch hier kann ich mich aufregen und aufreiben. Ich kann immer verbitterter und negativer werden.
Wie wäre es aber wenn ich umziehe, kündige oder aufräume.
Das sind sinnvolle Konsequenzen, auch wenn sie Mut erfordern.

Letztlich geht es darum ein Leben zu führen, wie Gott es für uns gedacht hat. Nicht eng und gefangen, sondern weit und frei.
Weite und Freiheit entstehen aber nicht da, wo wir jammernd und angstvoll passiv bleiben. Nur, wenn wir unser Leben aktiv in die Hand nehmen und mit Gott weitergehen brechen wir aus Gefangenheit frei.
Das Volk Israel muss sich auch überwinden, als es durch die Wüste frei gemacht wurde. Die Propheten, die das Volk zur Freiheit führen wollten, mussten auch gegen Widerstände kämpfen. Und Jesus musste durch Kreuz und Tod.
Freiheit und freies Leben ind Gelassenheit bedeuten, dass wir überwinden müssen, was in uns und um uns die Starre will.
Dabei helfen uns aber jammern und skandalisieren nicht weiter.

„Früher seid auch ihr darin gefangen gewesen und habt euer Leben davon beherrschen lassen.
Jetzt aber sollt ihr all das ablegen: Zorn, Wut …“

– Kolosserbrief –